Neukirch

Pfarrkirche St. Maria Rosenkranzkönigin

Vor der Pfarrkirche St. Maria Rosenkranzkönigin stand bis 1979 die alte Pfarrkirche St. Silvester. Die Pfarrkirche war dem heiligen Papst Silvester (314-335) geweiht. Weshalb gerade er Kirchpatron wurde, ist bislang nicht bekannt.

Kirchenbau-Chronik der Pfarrkirche St. Maria Rosenkranzkönigin

1930 wurde ein Entwurf zur Erweiterung der Pfarrkirche St. Silvester vorgelegt, nachdem bei der Pfarrvisitation größere Baumängel festgestellt wurden und die Notwendigkeit einer Vergrößerung des Kirchenschiffs infolge Platzmangels seitens der Kirche festgestellt wurde. Mitten in den Vorplanungen starb Pfarrer Schneider.

1934 und 1937 wurden Empore und Außenfassade in Stand gesetzt.

1939 /1948 Während des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit wurden die baulichen Veränderungen aufgegeben.

1967 entschließt sich der Kirchengemeinderat zur Vorplanung für eine neue Kirche samt Kindergarten zusammen mit der bürgerlichen Gemeinde. In der Pfarrversammlung wird die breite Öffentlichkeit vom Vorhaben „Kirchenneubau“ informiert. An Hand erster Voruntersuchungen empfiehlt das beauftragte Architektenbüro einen Standort ca. 100 Meter südöstlich der alten Kirche, im Bereich der heutigen Hüttensee-/Friedhofstraße. Die Mitteilung über einen Kirchenneubau wird von der Versammlung mit gemischten Gefühlen aufgenommen.  Eine Gutachterkommission formuliert folgende Grundsätze: 1. Die neue Kirche gehört wie das alte Gotteshaus, ins Gemeindezentrum 2. Kirchturm und Chor der alten Kirche sollen erhalten bleiben 3. Chor und Schiff sind nach Fresken u. a. gründlich zu untersuchen 4. Zur Gewinnung geeigneter Baupläne wird die Durchführung eines beschränkten Architektenwettbewerbs empfohlen. Eine bauliche Verbindung Kirche/Pfarrhaus sollte angestrebt werden.

1969 werden die Pfarrangehörigen über den Stand der Vorplanungen für den Kirchenbau unterrichtet und dabei vom Beschluss des Kirchengemeinderates in Kenntnis gesetzt, nach welchem die bürgerliche Gemeinde gebeten wurde, den Neubau und Betrieb des Kindergartens im Hinblick auf die auf die Pfarrgemeinde zukommenden Aufgaben des Kirchenneubaus zu übernehmen. Es gab kritische Stimmen, so dass die monatliche Tütensammlung keine große Gegenliebe fand. Anlässlich der Visitation von Dekan Steeb, weißt dieser nochmals auf die Notwendigkeit der Schaffung eines neuen Gotteshauses und auf die Durchführung eines Architektenwettbewerbes, vor allem wegen der Integration des Kirchenneubaus in das Dorfbild und unter Berücksichtigung der durch die neue Liturgie gesetzten Erfordernisse.

1970 Der Kirchengemeinderat beschließt die Schließung des an die Pfarrkirche anschließenden südlichen Teil des Friedhofes. Bei der Pfarrgemeindeversammlung wird mitgeteilt, dass bisher 31.500,00 DM an Spenden eingegangen sind.

1972 Die Löschung der Pfarrkirche St. Silvester wird vom Regierungspräsidium Tübingen mit Wirkung vom 06.08.1973 nach Zustimmung des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg vom 18.02.1972 verfügt. Der Turm der Kirche bleibt weiter im Denkmalbuch eingetragen. Der Kirchengemeinderat stellt einen Antrag beim Bischöflichen Ordinariat zur Durchführung eines Architektenwettbewerbs. Es wurde auch beschlossen, dass auf dem gesamten alten Friedhof keine Bestattungen mehr zugelassen werden.

1973 Gutachten über die Standsicherheit des Turmes. Gespräche mit dem Bischöflichen Bauamt. Der KGR billigt das Ergebnis der Verhandlungen und fasst folgende Beschlüsse: 1. Der bauliche Zustand der Pfarrkirche St. Silvester und die in jeder Hinsicht untragbaren Raumverhältnisse im Chor und Kirchenschiff erfordern einen baldigen Kirchenneubau. 2. Bei der Fertigung der Bauvorentwürfe soll auf den derzeitigen kirchlichen Baubestand in der Umgebung der alten Kirche keine Rücksicht genommen werden, nachdem hohe Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen für das Pfarrhaus in absehbarer Zeit notwendig werden. 3. Unter der Voraussetzung einer für die Kirchengemeinde tragbaren Belastung, wie mit dem Bischöflichen Ordinariat besprochen sollen vorbereitende Baumaßnahmen eingeleitet werden. 4. Die Architekten werden aufgeforderte ein Bauvorentwurf anzufertigen.

1974 Durchführung und Auswertung des Architektenwettbewerbs durch einen Gutachterausschuss. Im Rahmen eines Frühschoppens und Nachmittagskonzerts mit der Musikkapelle Neukirch und den „Goldenen 13“ werden die Pläne vorgestellt. Der Erlös ist für den Kirchenneubau bestimmt.

1975 Der Sieger des Architektenwettbewerbs wird mit der weiteren Planung beauftragt. Erster Kirchenbau-Basar in der Festhalle. Gemeindeabend bei dem Bürgermeister Müller, in welchem die Kirchen- und Leichenhalleneubaupläne vorstellt werden. Die Musikkapelle, die Goldene 13, Kirchenchor sowie eine zwei-Mann-Kapelle wirken mit.

1976 Die Planungen laufen weiter. Zweiter Kirchenbau-Basar mit der Musikkapelle, der Goldenen 13, Kirchenchor und Kapelle Spiess/Lehmann

1978 Pläne und Baugesuch werden von der Diözese und vom Landratsamt Bodenseekreis genehmigt. Unter persönlicher Mitarbeit des Kirchengemeinderates werden die betroffenen Familien- und Einzelgräber mit Zustimmung der Angehörigen vom alten auf den neuen Gemeindefriedhof umgebettet.

1979 Das Kirchenschiff der alten Pfarrkirche bis auf den Chor und den Turm werden am 16.03 abgebrochen. Wenige Tage danach wird der Neubau begonnen.

1980 im Januar ist der Rohbau schon fertiggestellt und es wird Richtfest gefeiert.

26.10.1980 Weihe der neuen Kirche „St.Maria Rosenkranzkönigin“ durch den Diözesanbischof Dr. Georg Moser

Quelle: Eugen Müller Chronik zum Kirchenneubau

2001 Kirche wurde letztmals innen renoviert.

2017 Der Kirchturm wurde saniert.

14 Kreuzwegstationen: hergestellt im Jahre 1914 von der Kunstwerkstätte Güntert und Nägele Sigmaringendorf. Diese befinden sich im alten Chor, welcher nicht bei den Abbrucharbeiten der Pfarrkirche St. Silvester nicht abgerissen. Dieser alte Chorraum wird heute auch als Taufkapelle genutzt.

Pfeifenorgel: In der Anfangszeit wurde eine elektrische Orgel in der Kirche genutzt. Viele Jahre wurde Geld gesammt. Am 24.07.1999 wurde eine neue Pfeifenorgel mit 1011 Pfeifen von Pfarrer Guntram gesegnet. In dieser Zeit war Pfarrer Bernhard Wolber Pfarrer von Neukirch.

 

Abschließend sollen noch die 1980 vorhandenen vier Glocken verzeichnet werden:

1. Christkönigsglocke: Sie trägt die Inschrift:”Regi, cui omnia vivunt, venite adoremus” – “Den König, dem alles lebt, kommt laßt uns anbeten”; 36 zentner, gegossen im Juni 1950 in Kochendorf.

2. Muttergottesglocke: Sie trägt die Inschrift:”Regina pacis -Ora pro nobis” – “Königin des Friedens, bitte für uns”; 10 zentner, gegossen im Juni 1950 in Kochendorf.

3. Wetterglocke: Sie trägt das Bild des hl. Papstes Silvester; 16 zentner, gegossen 1705 in Lindau. 1980 wurde der Glockenmantel erneuert.

4. Totenglocke: Sie trägt die Inschrift: “Ad St. familiam” – “Geweiht der hl. Familie”, 6 zentner, gegossen 1923 in Kochendorf. Sie musste am 20.02.1942 mit drei anderen Glocken abgeliefert werden und kehrte am 09.03.1948 wieder zurück.

Verfasser: Eugen Müller (übernommen aus der Festschrift der Pfarrkirche St. Maria Rosenkranzkönigin)

 

 

Gebetsraum

Die Seitenkapelle, der alte Chor der Vorgängerkirche, bis vor etwa 5 Jahren noch als Taufkapelle genutzt, wurde im Rahmen der Innensanierung im Jahr 2026 zu einem Gebetsraum umgestaltet. Der Taufstein hat nun seinen Platz neben dem Ambo im Altarraum. Der Gebetsraum ist ausgestattet mit Teppich und bequemen Sitzmöbeln (Sofa, Sitzwürfeln und Sesseln). Im Kreuz aus 200 Jahre altem Eichenholz, das Niko Wachter gebaut hat, ist ein drehbarer Tabernakel eingebaut. Im Rahmen des Wiedereröffnungsgottesdienst wurde das Ostensorium in den Tabernakel gebracht, wo nun Jesus im Allerheiligsten Altarsakrament gegenwärtig ist. Zu den Öffnungszeiten der Kirche ist jederzeit eucharistische Anbetung möglich. Andere Angebote wie z. B. Kindergottesdienst können dort auch stattfinden. Wie ist die Idee zum Gebetsraum entstanden? Pfarrer Hof hat 2025 einen Teil seines Urlaubs in der Homebase Salzburg verbracht, wo er diese Art von Räumen kennengelernt hat. So ist sein Wunsch entstanden, dass es so etwas auch bei uns geben soll: „Ein Ort an dem du wirklich eingeladen bist herzukommen, Zeit mit Jesus zu verbringen. Jesus ist nicht nur unser Herr und Meister, sondern er sagt zu uns selber auch, er nennt uns Freunde. Mit einem Freund darf man auch mal auf der Couch sitzen und mit ihm einfach über seine persönlichen Anliegen sprechen.“ Wer in der Bibel lesen möchte findet im Seitenschrank eine, auch Kinderbibeln. Ein Schreibtisch um seine Gedanken zu Papier bringen, eine eigene Anlage, die mit dem Handy verbunden werden kann um z. B. Lobpreismusik zu hören, ein eigenes Lichtkonzept mit indirekter Beleuchtung, nach Wunsch bunte Strahler ist Teil des Raumkonzepts. Hauptschiff und Gebetsraum sind durch eine Glaswand getrennt. Was ist der Gedanke dahinter? Eltern mit kleinen Kindern gehen nicht gerne in den Gottesdienst, weil sie die Befürchtung haben, dass die Kinder laut sein könnten, was die anderen Gottesdienstbesucher stören könnte. Und deswegen wurde diese Möglichkeit geschaffen, dass die Familien separat für sich sind, aber trotzdem mit dabei sein können. Durch die Glaswand kann das Geschehen im Hauptschiff mitverfolgt werden. Über den regulierbaren Lautsprecher haben sie die Möglichkeit selber zu entscheiden, wie viel sie vom Gottesdienst mitbekommen möchten. 

Josefskapelle

2004 wurde die Josefskapelle – zwischen Neukirch und dem Dambachhof/Bernried gelegen – durch Pfarrer Andreas Macho eingeweiht. Die Bauarbeiten hatten im Jahr zuvor begonnen. Die Initiatoren und Stifter waren Josef und Hildegard Nuber, Karl und Gerda Rief, Helmut und Agnes Sauter sowie Adrian und Martha Strauß. Die handgearbeitete hölzerne Josefsfigur stammt aus dem nahen Allgäu. Die Bänke vor der Kapelle laden dazu ein einen kurzen oder auch längeren Moment zu verweilen.

Mariengrotte

Auf dem Marienberg in Neukirch befindet sich eine Mariengrotte, die im Jahre 1909 von der Familie Huchler erbaut wurde. Die Grotte wurde im Jahre 2002 von der Familie Huchler und der Kolpingfamilie Neukirch anlässlich des 75jährigen Bestehens der Kolpingfamilie Neukirch renoviert. Sie ist von alten Nadelbäumen umgeben und von dort hat man einen Blick über den Ortskern von Neukirch bis in die Allgäuer Alpen hinein. Auf den vorhanden Sitzbänken kann man sich ausruhen und die Aussicht geniessen.

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