Hiltensweiler
Pfarrkirche St. Dionysus
Kirche 1149 erstmals erwähnt. Turm aus dem 11. Jh., vermutlich Bergfried der Burg des Ritters Arnold von Hiltensweiler. Arnoldskapelle nur wenig jünger.
Heutiges Langhaus mit Chor 1516 zwischen Turm und Kapelle errichtet.
1657 wurde durch Prior Weixler der Altar in der Arnoldskapelle zu Ehren Marien und des seligen Arnolds, des Stifters errichtet.
1736 spätgotisches Tonnengewölbe wird entfernt und die heutige Flachdecke eingezogen. Es ist anzunehmen, dass in dieser Zeit auch eine Empore eingezogen wurde.
1737 Pater Ladislaus brachte den Katakomben Heiligen Valentin aus Rom mit. Valentin gehört zum Erbe von Kloster Langnau und ruht unter dem Josefsaltar in unserer Pfarrkirche
1788 wurde Kirche für 350 Gulden verkauft.
1793 wurde Kirche wieder zurückerworben und neu geweiht.
1882/1883 Umbau und Erweiterung der Kirche
1889 Abbruch der alten Orgel, Eingang einer neuen Orgel sowie einer zweiten Empore um Platz für eine wachsende Zahl von Kirchenbesuchern zu schaffen.
1899 Im Kirchturm soll elektrisches Klingelwerk eingerichtet werden
1931 Umbau und Renovierung der Kriche
1949 Weihe von 5 Glocken am Palmsonntag
1953 Kircheninnenrenovierung (Chor Altar) Altarweihe durch Bischof Dr. Carl Josef Leiprecht
1955 Kirchenrenovierung: Vorraum mit zwei Doppeltüren von 1956. Gemälde "Grablegung Christi" von Camillo Procaccini (um 1555-1629) an der Nordwand.
2004/2005 Innenrenovierung Dezember 2005 Altarweihe mit Weihbischof Thomas Maria Renz.
Quelle: Chronik St. Dionysius Hiltensweiler von Alois Hertnagel
Im Jahre 2009/10 erfolgte die Grundrenovierung des Kirchturms sowie des Glockenstuhls.
Arnoldskapelle
Kommt man vom Argental hinauf nach Hiltensweiler, erhebt sich direkt im Blickfeld der massige Kirchturm der Pfarrkirche St. Dionysius wie der trutzige Bergfried einer mittelalterlichen Burg. Und es überrascht, in der Kirche eine feingliedrige gotische Chordecke zu entdecken. Hier findet man die älteste Kapelle im Stadtgebiet von Tettnang. Die Arnoldskapelle birgt in ihrem schlichten romanischen Gewölbe einiges an Geschichte und Geschichten: über den seligen Ritter Arnold, das gräfliche Haus Montfort und die Mönche des Klosters Langnau.
Standort: Hiltensweiler
Lage: Anbau an die Pfarrkirche St. Dionysius
erbaut: 12. Jahrhundert
Weihe: unbekannt
Patrozinium: 2. Sonntag im Juli
Eigentümer: Pfarrgemeinde St. Dionysius Hiltensweiler
Pflege: Pfarrgemeinde St. Dionysius Hiltensweiler
Baugeschichte
Die Arnoldskapelle bildet heute eine geschlossene Einheit mit der Pfarrkirche St. Dionysius in Hiltensweiler, obwohl feststeht, dass die Kapelle selbst, das Kirchenschiff mit Chor, der Turm und der Vorraum im Westen aus verschiedenen Epochen stammen und erst im Laufe der Jahrhunderte zu einem vollständigen Ganzen zusammengefügt wurden. Der Turm ist der älteste Teil der Pfarrkirche und wird auf das 11. Jahrhundert datiert. Die Lage auf einem Berghügel, das hohe Alter, die Mächtigkeit der Mauern und der ursprünglich erhöhte Eingang, der nur über eine Leiter erreichbar war, deuten darauf hin, dass es sich hier um den Bergfried der Burg des Ritters Arnold von Hiltensweiler handelt, der zwischen 1100 und 1127 erwähnt wird und in der Umgebung eine Anzahl von Gütern und eine Burg besessen hatte.
Die Arnoldskapelle ist nur wenig später erbaut worden, denn das Mauerwerk stammt aus dem 12. Jahrhundert. Man darf darüber rätseln, ob es sich hier ursprünglich um eine Burgkapelle handelt oder um das erste Gotteshaus der Mönche aus dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen, denen Ritter Arnold und seine Gattin Junzela am 6. Januar 1122 ihren Besitz gestiftet hatten unter der Maßgabe, dass “auf unserem Gute … für immer Gottesdienst gehalten und eingerichtet werde”. Nach der Stiftung der Zelle wird im Jahre 1149 erstmals eine Kirche in Hiltensweiler erwähnt. Aus der Zelle ging ein Kloster hervor, das in den Anfangsjahren noch in Hiltensweiler nachgewiesen ist, später aber nach Langnau verlegt wurde. Die Rundfenster an der Längswand der Kapelle stammen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Kapelle wurde 1957 renoviert.
1516 ließen Graf Ulrich VII. von Montfort-Tettnang und seine Gemahlin Magdalena, geb. von Oettingen, die Erbauer der St.-Anna-Kapelle in Tettnang, die heutige Pfarrkirche errichten. Dabei wurde der Chorraum zwischen Turm und Arnoldskapelle eingefügt und das Langhaus direkt im Anschluss nach Westen angebaut. Das schöne gotische Netzrippengewölbe im Chor erinnert an jenes in der St.-Anna-Kapelle in Tettnang und dürfte von der gleichen Hand geschaffen sein. Das Langhaus hat im Laufe der Jahrhunderte einige Änderungen erfahren: Unter dem Langnauer Prior Hieronymus Leuthold (1575-1604) wurde ein Gewölbe, 1736 schließlich eine flache Decke eingezogen. Weitere Änderungen folgten 1883. Bei den Umbauarbeiten 1934 entstand die zweigeschossige Westempore. Gleichzeitig ersetzte man die brüchige Sandsteinkanzel aus dem Jahr 1516 und verlegte ihren Standort auf die rechte Seite im Langhaus. Der Vorraum an der Westfassade mit den zwei Doppeltüren wurde im Jahre 1956 angebaut und ist durch Öffnen der Westwand nun Bestandteil des Kirchenraumes.
Baubeschreibung
Die Arnoldskapelle schmiegt sich in den südlichen Winkel, den das Langhaus mit dem eingezogenen Chor bildet. Der rechteckige Raum misst 6,40 x 3,96 m und ist in den Scheitelpunkten des zweijochigen Kreuzgratgewölbes 3,0 m hoch.
Die Kapelle liegt gegenüber der Kirche um 0,7 m tiefer und ist über eine Tür mit leichtem, spitzen Stich an der Südseite des Chores zu erreichen. Ein Rundstab im Bögen der gekehlten Türfassung zum Chor hin wird von zwei Maskenkonsolen getragen, die nach der Überlieferung das Stifterpaar Arnold (rechts) und Junzela (links) darstellen. Eine zweite Zugangstür von Westen führt mit außen- und innenliegenden Stufen direkt vom Friedhof in die Kapelle. Der Türrahmen ist außen oben mit gotischein Maßwerk verziert. Nach Süden besitzt die Kapelle zwei Rundfenster mit Mosaikmuster Verglasung. Das im Osten gewalmte Pultdach zieht sich bis an das Dachgesims des Langhauses hinauf.
Ausstattung
An der Ostwand zeigt das Mittelfeld des Altarbildes die Schmerzhafte Mutter Gottes, vor ihr der Leichnam Christi. Auf den Altarflügeln ist links ein ins Gebet vertiefter Paulinerrnönch dargestellt und rechts ein Ritter mit Lanze in seiner Rechten und einem Schild mit dem Montfortwappen in der Linken.
Das Altarbild hat Alfred Vollmar aus Leutkirch 1957 gemalt. Das frühere Altarblatt mit der Gottesmutter, vor denen der Ritter Arnold und seine Gemahlin Junzela knien, befindet sich heute an der Nordwand des Kirchenschiffs. Im Altarunterbau befindet sich das Reliquiar mit den vermeintlichen Gebeinen des seligen Ritters Arnold von Hiltensweiler.
Vor dem Altar weist eine Steinplatte darauf hin, dass hier die sterblichen Überreste von Mitgliedern des Hauses der Grafen von Montfort und von ehemaligen Mönchen des Klosters Langnau beigesetzt sind: “Grablege der Grafen von Montfort und der Mönche von Langnau RIP”.
Das Deckengemälde zeigt die Übergabe der Schenkungsurkunde durch Arnold und Junzela an den Abt des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen.Das Bild entstand im Jahre 1882.
Der Kapellenraum hat beiderseits je 3 Bankreihen. An Nord- und Westseite befinden sich Ehrentafeln für die im 1. bzw. 2. Weltkrieg gefallenen Kriegsteilnehmer der Pfarrgemeinde. Neben dem Altar stehen drei Statuen: Schutzengel mit Kind, der auferstandene Christus und die Gottesmutter mit dem Jesuskind. Die hölzerne Statue des Ritters Arnold, die sich heute im linken Eingangsbereich der Pfarrkirche befindet, stammt aus der Arnoldskapelle und befand sich noch Ende des 19. Jahrhunderts dort. Vielleicht gehörte sie zum früheren Altar, der 1657 für die Kapelle gebaut wurde.
Der selige Ritter Arnold
Bei einer so alten Kapelle – mit über 800 Jahren ist die Arnoldskapelle das älteste sakrale Gebäude im Stadtgebiet von Tettnang – verwundert es nicht, dass einerseits keine gesicherte schriftliche Überlieferung über die Entstehungsgeschichte vorhanden ist. Andererseits ranken sich gerade deshalb viele Sagen und Geschichten um die Kapelle selbst, ihre Entstehung und die damit in Zusammenhang gebrachten Personen. Ritter Arnold von Hiltensweiler lebte nachweislich in der Zeit zwischen 1100 und 1127. Man darf davon ausgehen, dass er entweder 1099 oder 1101 am Kreuzzug teilgenommen hat, denn auf einer seinem Grab beigegebenen Kupferplatte wurde er als .Beatus Arnoldus eques auratur bezeichnet, und “Auratur” durften sich nur Ritter nennen, die das heilige Grab in Jerusalem besucht hatten. Mit seiner Gemahlin Junzela stiftete er 1122 seine Güter dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen. Bis in die Gegenwart hinein hat Arnold bei der Bevölkerung hohes Ansehen erworben und Verehrung erfahren. Das hat mehrere Gründe: Arnold wurde durch seine Schenkung zum Stifter des Klosters Hiltensweiler/Langnau; damit sicherte er den Gläubigen der unmittelbaren Umgebung eine dauerhafte Seelsorge, und Arnold führte ein tugendhaftes, asketisches Leben und soll mit seiner Frau eine keusche, sogenannte Josefsehe geführt haben, was im Geiste der Zeit als besonders vorbildlich galt. Sein Todestag ist nicht überliefert. Eine Sage erzählt, dass er seinen Begräbnisort selbst bestimmt hätte: man sollte seinen Leichnam auf zwei junge Ochsen laden und ihn dort beerdigen, wo diese stehen blieben. Die Ochsen hätten sich dann jedoch nicht von der Stelle bewegt. Also sei Arnold in Hiltensweiler beigesetzt worden. (Diese Geschichte wird allerdings auch andernorts von anderen Personen erzählt.) Spätere Schriften weisen immer darauf hin, dass Arnold in Hiltensweiler seine letzte Ruhe gefunden hat. Sicher ist, dass er schon bald nach seinem Tode in der Bevölkerung der Umgebung als der selige oder der heilige Arnold verehrt wurde. Zwar wurde er von der Kirche offiziell nie selig gesprochen, jedoch hatte Papst Urban VIII. 1634 bestimmt, dass fromme Personen, die bereits 100 Jahre und mehr verehrt worden sind und denen Wunder nachgewiesen werden konnten, öffentliche Verehrung erfahren dürfen.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war sein Grab in Hiltensweiler eine Pilger- und Wallfahrtsstätte für Kranke und Gebrechliche. Arnold galt als wundertätiger Fürsprecher und nicht wenige schriftliche Aussagen und Votivbilder berichten von wundersamen Heilungen. An seinem Grab befand sich eine Öffnung, in die man die kranken Glieder zur Genesung gesteckt hat. Diese Öffnung ließ der Pfarrverweser Negele in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert zumauern. Ein Chronist vermerkt, dass in der Pfarrkirche eine Vielzahl zurückgelassener Krücken von den wundersamen Heilungen Zeugnis geben.
1886 begann man in Hiltensweiler unter der Leitung des kath. Priesters und bekannten Naturwissenschaftlers und Kartographiehistorikers Prof Dr. Konrad Miller nach dem Grab des Ritters Arnold zu forschen und zu graben. Zeitzeugen gaben den Hinweis, dass sich die beschriebene Öffnung am Grab an der linken Altarseite befunden hatte. Die Grabungen am 3. und 4. August 1886 brachten an dieser Stelle in etwa 0,8 m Tiefe zunächst zwei Kinderskelette zum Vorschein, darunter eine gewölbte Lage unbehauener Steine. Unter der Steinlage fand man schließlich ein vollständig erhaltenes männliches Skelett. Dessen Befund ergab, dass der Schädel dem alemannischen Typus entsprach und der Tote über 40 bis 50 Jahren alt geworden war. Miller zog aufgrund weiterer Fakten folgende Schlüsse:
1. Es handelt sich um ein sehr frühes Grab, das nur kurze Zeit nach der Erbauung der Kirche angelegt wurde.
2. Die bevorzugte Begräbnisstelle in der Kirche und die Steinwölbung sind Zeichen dafür, dass es sich bei dem Toten um eine bedeutende Persönlichkeit handeln muss.
3. Bestattungen in der Kirche sind nur Priestern sowie dem Stifter und seinen Angehörigen vorbehalten. Priester werden mit dem Kopf in Richtung Altar bestattet, Laien sind – wie das gefundene Skelett -mit den Füßen zum Altar hin ausgerichtet.
Aufgrund aller vorgefundener Fakten schloss Miller die Grabung und Untersuchung mit der Überzeugung ab, hier das Grab und die Gebeine des seligen Ritters Arnold von Hiltensweiler gefunden zu haben. Die Gebeine wurden in ein Reliquiar gebettet und in die Arnoldskapelle gebracht. Dort werden sie seit der Kapellenrenovierung 1937 im Altarunterbau aufbewahrt. Letzte Ruhestätte der Grafen von Montfort zu Tettnanger und der Mönche des Klosters Langnau. Die Grafen von Montfort nutzten ihr Hauskloster Mehrerau bei Bregenz als Begräbnisstätte für ihre Familienangehörigen. Nach dem Tode des Grafen Wilhelm II. (um 1354) teilten seine Söhne Wilhelm III. und Heinrich III. dessen Besitz. Wilhelm erhielt die Grafschaft Bregenz mit dem Kloster Mehrerau, Heinrich Tettnang, Rothenfels und Scheer. Damit verlor die Tettnanger Linie die traditionelle Grablege. Graf Heinrich erwarb aus diesem Grund 1389 das kleine Kloster Langnau, das dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen gehörte und verhandelte mit dem Paulinerorden über die Neubesetzung, die 1405 erfolgte. Damit hatte die Linie Montfort zu Tettnang ihr eigenes Hauskloster mit dem Recht, ihre Familienmitglieder in der Klosterkirche zu begraben. Mit wenigen Ausnahmen wurden nun alle Grafen von Montfort-Tettnang und deren Gemahlinnen hier beigesetzt.
Ab dem späten 15. Jahrhundert ließen auch die adeligen Geschlechter der Herren von Danketsweiler und von Reitnau die Gebeine ihrer Verstorbenen in Langnau begraben. Eine kreuzförmige Kapelle an der Klostermauer war 200 Jahre lang die Grablege der Reitnauer. Der berühmte Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (t 1612) war ein geschätzter Gönner des Klosters. Er stiftete nicht nur 500 Gulden für die Jahrestagmessen und ein ewiges Licht an den Familiengräbern, sondern auch das wertvolle Altarblatt des italienischen Malers Camillo Procaccini, das heute den Hauptaltar in der Pfarrkirche Hiltensweiler ziert.
Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster geplündert und in Brand gesetzt. Der Dreißigjährige Krieg brachte neues Unheil, 1647 wurde das Kloster vollkommen zerstört und abgebrannt. Folgt man den Familienurkunden der Montforter, so sind in der Zeit zwischen 1305 und 1647 etwa 13 Angehörige in der Klosterkirche beigesetzt worden. Man geht heute davon aus, dass bei der Brandschatzung des Klosters auch die sterblichen Überreste der Familie vernichtet wurden. Das Kloster Langnau wurde wieder aufgebaut. Die Klosterkirche erhielt dabei eine Familiengruft für die Grafen. Nach den Aufzeichnungen fanden hier 11 Montforter ihre Ruhestätte, zuletzt im Jahre 1769 Gräfin Sophia Theresia von Limburg-Styrum, die 2. Gemahlin des letzten regierenden Grafen Franz Xaver.
1780 kam die Grafschaft Montfort und mit ihr das Kloster Langnau an Österreich. Das Kloster wurde 1786 aufgehoben, die Kirche und die meisten Gebäude 1793 zum Abbruch freigegeben. Die Gebeine der Montforter kamen – wahrscheinlich in großer Eile und ohne angemessene Achtung vor den Toten – in die Arnoldskapelle neben der Pfarrkirche Hiltensweiler. Ein schlichter Stein kennzeichnete die Beisetzungsstelle.
Knapp 100 Jahre später beschäftigte sich der seit 1862 in Tettnang wirkende Oberarzt Dr. Albert Moll mit der Grablege der Montforter. Der Hofrat, verdienter Historiker und Präsident des Bodenseegeschichtsvereins zog den Schluss, “dass das Begräbnis der Grafen von Montfort nicht in der Weise vor sich gegangen ist, wie dieses die geschichtliche Bedeutung der Familie beanspruchen kann.” Moll erwirkte die kirchliche Genehmigung zur Öffnung und Befundung des Grabes und zur erneuten Beisetzung der sterblichen Überreste. Seine Vermutungen bestätigten sich, denn man stieß “sofort auf einen ungeordneten Haufen von Knochen, die in einer Art Sarg angehäuft waren.”
Sorgfältig wurden die Gebeine nach anatomischen Gesichtspunkten geordnet. Man fand 11 Schädel, davon 7 weibliche und weitere 523 Knochen. Damit stimmt die Anzahl der Schädel mit der Zahl der urkundlich bestätigten Beisetzungen überein. Drei der Schädel ließen sich eindeutig den Grafen Johann X., Anton III. und Ernst zuordnen; zur Bestätigung der anderen Toten muss man den Urkunden folgen. In der ihm eigenen Akribie stellte Moll folgende Rechnung auf: “Der Mensch hat 213 Knochen; es müssten also von 11 Leichen im Ganzen 2343 Knochen vorhanden sein. In Wirklichkeit sind aber nur 534 vorhanden. Es fehlen also noch 1809 Stück”
Die (vorhandenen) Gebeine wurden in einen von Moll bezahlten Eichensarg gelegt, und hierfür in der Arnoldskapelle ein 1,50 m tiefes Grab ausgehoben. Am 16. Juli 1885 wurden 11 Mitglieder des gräflichen Hauses Montfort zu Tettnang zum drittenmal – diesmal feierlich und mit “größter Sorgfalt und Pietät” – beigesetzt. Erschienen waren die Bezirksbeamten und Geistlichen aus Tettnang, der Gemeinderat und Ortsvorstand, drei Reserve-Offiziere in Galauniform und viele Mitbürger. Die Lehrer der Umgehung sangen das Requiem, die Musik spielte Beethovens Trauermarsch, Hofrat Dr. Moll hielt eine Rede, in der er auf die Geschichte und die Bedeutung des Hauses Montfort einging. Der Sarg wurde unter Enthüllung einer Montfortfahne und unter Geschützsalven in die Gruft gesenkt.
Kurze Zeit später öffnete man die noch existierende Gruft unter der früheren Klosterkirche in Langnau. Dort fand man ein paar Schädelteile und verschiedene Knochen, die vielleicht auch noch den Montfortern gehört haben könnten. Eine größere Anzahl weiterer Knochen fand man unter dem Schutt im Treppenbereich. Von diesen musste man annehmen, dass es wohl die sterblichen Überreste der Prioren und Mönche des ehemaligen Klosters waren. Alle gefundenen Gebeine wurden ebenfalls in der Arnoldskapelle in einem eigens angefertigten Sarg beigesetzt. Ob hierbei aber tatsächlich die von Moll beschriebene “größte Sorgfalt und Pietät” gewahrt wurde, muss bezweifelt werden. Im Klosterbereich von Langnau befinden sich noch einige nicht erforschte unterirdische Gewölbe. Bei einer Begehung Mitte der 1980er Jahre wurden noch verschiedene Knochen gesichtet. Weitere Nachforschungen sind seither allerdings nicht mehr gemacht worden.
Heute erinnert eine schlichte Steinplatte vor dem Altar in der Arnoldskapelle an die Ruhestätte der letzten Grafen und an die sterblichen Überreste einiger Mönche des Klosters Langnau, die hier beigesetzt sind.
Der KGR Hiltensweiler bedankt sich bei Herr Gisbert Hoffmann für die zur Verfügung gestellten Texte und Inhalte.
Quelle: Kapellen in Tettnang und Meckenbeuren
Herausgeber: Förderkreis Heimatkunde, Tettnang 2004
Autor: Herr Gisbert Hoffmann
Weitere Quellenhinweise:
- Albert Moll: Die neue Beisetzung der Überreste der Grafen von Montfort in Hiltensweiler; Bericht in: Schriften des Bodensee-geschichtsvereins, 15. Heft 1886.
- W.v. Mattey / A. Schahl: Die Kunstdenkmäler des Kreises Tettnang, Stuttgart und Berlin 1937.
- Martin Schneider: Geschichtliches über das ehemalige Kloster Langnau, in: Schriften des Bodenseegeschichtsvereins, 13.Heft 1884; 14.Heft 1885; 15.Heft 1886.
- Alois Hertnagel: Chronik St. Dionysius Hiltensweiler, Tettnang 2003.
- Mündliche Angaben und Fotobelege: Peter Heidtmann, Tettnang.
Kloster Langnau
1122 stifteten Arnold und Junzila von Hiltensweiler die Zelle Hiltensweiler und übergaben sie samt Besitz in neun Orten dem Benediktinerkloster Allerheiligen in Schaffhausen, das sie mit weiteren Gütern ausstattete. 1200 wurde die Niederlassung ins Argental nach Langnau verlegt. Die Vogtei ging von den Welfen an die Staufer über, die sie an die Herren von Summerau verliehen. Um 1270 kaufte der Bischof von Konstanz die Vogtei, die sich der Graf von Montfort-Tettnang 1309 aneignete. Der Propst verfügte über die niedere Gerichtsbarkeit im Pfarrbezirk Hiltensweiler und über seine Eigenleute. Obwohl der Besitz nach der Gründung beträchtlich vermehrt werden konnte, geriet das Kloster im späten 14. Jh. in wirtschaftliche Schwierigkeiten, weshalb Allerheiligen 1389 auf seine Rechte zugunsten des Vogts verzichtete.
1405 übergab Graf Heinrich von Montfort-Tettnang das Kloster Langnau mit der Unser Lieben Frau geweihten Klosterkirche, allem Zubehör, nun etwa 80 Gütern in 40 Ortschaften, und der Pfarrkirche zu Hiltensweiler, "da Sant Arnold gnädig ist", dem Paulinerorden, dem er bereits 1359 die nahe Zelle Argenhardt überlassen hatte.
Langnau war das bedeutendste und am besten ausgestattete Kloster der deutsch-rheinischen oder schwäbischen Provinz des Paulinerordens, etwas mehr als die Hälfte der Langnauer Prioren waren gleichzeitig auch Provinziale, die Provinzkapitel tagten meist in Langnau. 1525 diente das Kloster als Versorgungsbasis für die aufständischen Bauern des Seehaufens und wurde geplündert. Die niedergerichtlichen Rechte schränkten die Grafen von Montfort-Tettnang als Vögte im Laufe der Zeit immer mehr ein.
Der Bibliothekskatalog von 1786 verzeichnet knapp 2.000 Werke mit einigen, meist neuzeitlichen Manuskripten. Eine Auswahl übernahm nach der Aufhebung des Klosters die Universitätsbibliothek Freiburg, wo sich heute eine mittelalterliche Handschrift und 22 Inkunabeln aus Langnau befinden. Nachdem vorher die Fratres an anderen Hochschulen, vor allem in Ostmitteleuropa studieren mussten, wurde 1718 ein eigenes Hausstudium in Langnau für die schwäbische Provinz eingerichtet. Mit besonderen wissenschaftlichen Leistungen trat kein Langnauer Mönch hervor. Die Ordensgeschichte des 18. Jh. lobt den eleganten literarischen Stil des langjährigen Priors Franz Wizigmann, der 1736 ein gedrucktes Gebetbuch für die Bruderschaften, ein leider nicht erhaltenes philosophisches Compendium und ein Gedicht zur Klostergeschichte verfasst hat, "das eine gute Kenntnis der lateinischen Dichter verrät" (Kottke).
In der Klosterkirche befanden sich die Grablegen der Grafen von Montfort-Tettnang und der Herren von Reitnau. In der inkorporierten Pfarrkirche Hiltensweiler wurde der Klosterstifter Arnold als Seliger verehrt. 1736 wurde in einer feierlichen Translation der Katakombenheilige Valentinus nach Langnau überführt. Seit 1723 verweisen Kopien der Gnadenbilder von Tschenstochau und Maria Thal in der Klosterkirche auf die verstärkten Bindungen zu den Zentren des Ordens in Ostmitteleuropa.
In die 1727 errichtete, noch heute bestehende Schutzengel-Bruderschaft ließen sich Tausende aus der Umgebung aufnehmen, weniger populär wurde die 1736 gegründete Paulus-Bruderschaft. Als Hauptfeste wurden gefeiert das Gedenken an den Seligen Arnold am 1. Mai, das Titularfest der Schutzengel-Bruderschaft am Sonntag nach der Oktav der Apostelfürsten Petrus und Paulus im Juli und der große Jahrtag der gräflichen Familie von Montfort am 3. Juni.
1780 übernahm Österreich die Grafschaft Tettnang und damit die Vogtei über das Kloster. 1784 untersagte die vorderösterreichische Regierung den Klöstern Langnau und Rohrhalden die weitere Verbindung mit den anderen im "Reich" gelegenen Klöstern der Provinz und zur Ordenszentrale, 1786 hob Joseph II. alle Klöster des Paulinerordens in den österreichischen Ländern auf. Nachdem bereits die Versteigerung des Klosterguts begonnen hatte, wurde die Aufhebung Langnaus widerrufen, da es in einer Reichsgrafschaft lag, die von Joseph II. nur in Personalunion als Landesherr regiert wurde. Aber 1787 erfolgte die endgültige Aufhebung. Das gesamte Vermögen des Klosters wurde auf knapp 100.000 Gulden geschätzt mit u. a. 26 Schupflehenhöfen, Zinseinkünften von mehr als 300 Erblehen und 20 Weihern. Der Prior leitete einen Konvent von elf Priestern, einem Frater und einem Laienbruder.
Kirche und Südflügel der Klosteranlage wurden 1794 abgebrochen, West- und Ostflügel an Private verkauft, ebenso die von den Mönchen in Eigenwirtschaft betriebenen Höfe. Der größere Teil des Klosterbesitzes blieb aber als vorderösterreichischer, dann bayerischer, württembergischer und durch staatsvertragliche Regelung wieder bayerischer "Langnauischer Religionsfond" als besonders verwaltete Vermögenseinheit bis zur Inflation 1923 erhalten.
Die einschiffige Kirche mit kreuzförmigem Grundriss wurde Anfang des 13. Jh. nach der Verlegung der Benediktinerpropstei ins Tal erbaut, erhalten hat sich ein Vierungspfeiler mit den angrenzenden Wänden des Querhauses und Chors. 1647 wurden Kirche und die mit ihr verbundene Dreiflügel-Anlage des Klosters niedergebrannt und anschließend wieder errichtet. Erhalten haben sich nach dem Abbruch von 1794 bis heute nur der Ostflügel mit dem Provinzialat und der Westflügel. Einige Kunstwerke, wie vor allem die Grablegung Christi von Camillo Procaccini vom Anfang des 17. Jh. aus der Grabkapelle der Reitnau, wurden in die bis dahin inkorporierte Pfarrkirche Hiltensweiler verbracht.
Literatur
Württ. Klosterbuch> 318-320 (E. KUHN).
GermBen> V, 156-160 (H. JÄNICHEN).
OAB Tettnang> 156-160.
KDW Tettnang> 141f.
J. SCHNEIDER: Geschichtliches über das ehem. Kloster Langnau. In: <SchrrVGBodensee> 13 (1884) 133-148; 14 (1885) 5-18; 15 (1886) 124-197.
A. SCHAHL: Zur Baugeschichte des Klosters Langnau. In: <SchrrVGBodensee> 64 (1937), 57-66.
BORST: Mönche am Bodensee (610-1525). Sigmaringen 1978, 322-325.
ST. SWIDZINSKI (HG.): Beiträge zur Spiritualität des Paulinermönchtums, Friedrichshafen 1999.
K. ELM u. a. (Hg.): Beiträge zur Geschichte des Paulinerordens. Berlin 2000.
E. L. KUHN: Der Paulinerorden in Deutschland. Tettnang 2005
Quellen:
Wegzeichen
Kreuz Zacher
Aus dem Text von Konrad Neumann zu dem vom Manfred Zacher gestalteten Kreuz an der Verbindungsstraße zwischen Hiltensweiler-Bleichnau und Echetweiler:
Gleichgewicht!
Manfred Zacher, der Initiator dieses Kreuzes, stellt uns ein schlichtes, ein fast ganz "normales" Kreuz vor. Ein Kreuz an einem markanten Punkt, welcher mit Bedacht ausgewählt wurde. Ein Ort mit wichtigem Hintergrund. Das Kreuz steht im direkten Einzugsgebiet der Arnoldsquelle.
Eine Quelle, von der überliefert wird, dass sie einmal die Bedeutung einer heilenden Quelle hatte. Das Wasser dieses Gebietes wurde vor fast 100 Jahren schon ins öffentliche Netz gespeist. Wegen der geringen Schöpfungsmengen und anderer Einflüsse kann dies heute leider nicht mehr geschehen.
Ein Wegkreuz steht hier vor uns. Schauen wir einmal genauer hin: Ein Kreuz aus kräftigen Balken gefertigt, aber ohne üblichen Christus-Korpus - dafür aber mit Kratz- und Ritzspuren im Holz, dort, wo sonst der Christuskörper hängt. Die Kratzspuren scheinen zu fließen. Linien, die auch an einen Bachlauf erinnern, Linien, die in Analogie zu dem hier zusammenfließenden Wasser in diesem Quellgebiet gesehen werden können. Es sieht aber auch wie der Schatten eines Körpers aus, und je nach Lichteinfall wird dieser Eindruck noch verstärkt.
Diese Spuren, diese Andeutungen auf dem Kreuzesholz sind, mit Zacher'schen Maßstäben gemessen, eine äußerst filigrane Arbeit, denkt man an den sonst kraftvollen Einsatz mit der Motorsäge. Es sind hier holzschnittartige Spuren, die gewollt oder ungewollt zum Widerspruch, aber auch zum Nachdenken herausfordern.
Eine Energie soll von den beiden gekreuzten Balken ausgehen. Sie geben mit ihrer Symbolsprache Richtung, Kraft und Stärke. Wie Herr Dekan Hangst am 14. August bei der Einweihung des Welt-Jugend-Tag-Kreuzes so treffend gesagt hat: "Schauen Sie, wie der senkrechte Balken die Erde mit dem Himmel verbindet." Ich möchte ergänzend dazu sagen: "Schauen Sie, wie der horizontale Balken uns an eine Waage erinnert."
Eine Waage am Balken zum Himmel? Eine Waage, die den Betrachter daran erinnert, dass wir unser Leben ins Gleichgewicht bringen sollen? Denken wir dabei an die vielen Möglichkeiten des Gleichgewichts, die wir alle haben - und manchmal nicht haben - ob es familiär ist, gesundheitlich oder ob es beruflich ist. Das Gleichgewicht des Geistigen mit dem Materiellen - die Schwäche mit der Stärke - die Trauer mit der Freude. Alles Begriffe, die wir sehr gut in Verbindung mit dem Kreuz und seiner Botschaft bringen können.
Dieses Kreuz soll bewusst nicht mit den aktuellen künstlerischen Arbeiten von Manfred Zacher in Verbindung gebracht werden. Es ist ein privates Anliegen, kein künstlerisches Anliegen, was ihn zu diesem Kreuz bewegt hat. Es ist vielmehr Dankbarkeit, die mit dieser Geste von ihm ausgedrückt werden möchte.
Manfred Zacher ist an einem Punkt angekommen, an dem sich für ihn vieles verändert hat. Er hat in letzter Zeit zu neuen Erkenntnissen, zu Freude, zu einer neuen Schaffenskraft und zu einer neuen Stilvariante in seiner Kunst gefunden. Es hat sich bei ihm ein neues Gleichgewicht eingestellt.
Ein weiterer wichtiger Beweggrund war der, mit diesem Kreuz ein sichtbares Zeichen zu setzen. Ein Zeichen, das an den Ursprung dieses Ortes als Quellgebiet erinnert. Es soll uns an den Wert des für uns alle so wichtigen Wassers mahnen. Wasser - die Grundlage unseres physikalischen Lebens und mit dem Wasser der Taufe der Beginn des christlichen Lebens. Wasser ist Leben!
Dieses Kreuz kann allen, die es betrachten, Mahnung sein, an ihr persönliches Gleichgewicht und an das Gleichgewicht in der Natur zu denken. Bitten wir um Beständigkeit darin.
Kapellen
Die Dorfkapelle in Wielandsweiler
Nach mündlicher Überlieferung wurde die Kapelle während des 30-jährigen Kriegs im Jahre 1635 zur Abwehr der Pestseuche erbaut. Dies wird auch durch ihre besondere Lage – nicht im Ort, sondern vor dem Ort, deutlich. Heute liegt sie an einer Straßenbiegung der Verbindungsstraße zwischen der Ortschaft Oberwolfertsweiler und Wielandsweiler. Weitere geschichtliche Daten sind nicht bekannt, außer dem in einen Dachbalken geritzten Hinweis, dass im Jahre 1914 eine Dachsanierung stattgefunden haben muss.
Die Kapelle hat einen rechteckigen Grundriß von etwa 5 m Länge und 4 m Breite. Sie besitzt ein Satteldach und einen kleinen Dachreiter mit Glocke. In den Seitenwänden befindet sich jeweils ein mit Schmiedeeisen vergittertes Flachbogenfenster. Der Altarbereich ist um eine Stufe erhöht. Das auf dem Dachreiter der Kapelle angebrachte Kreuz zeigt die Darstellung der vier Erzengel Michael, Gabriel, Raphael und Uriel. Im Inneren der Kapelle befinden sich auf dem Altartisch eine große Herz-Jesu-Statue, daneben eine Statue des Hl. Josef (Ziehvater von Jesus) mit dem Jesuskind auf dem Arm. Auf der anderen Seite befindet sich eine Statue der Hl. Maria wie sie den Jesusknaben in der hl. Schrift unterweist. Links neben dem Altar ist auf einer Stele eine Statue der Muttergottes wie sie in Lourdes der Hl. Bernadette erschienen ist. An der linken Seitenwand ist eine Statue des Hl. Wendelin (Patron des Viehs und der Landwirte). Rechts an der Wand ist eine Statue des Hl. Antonius (Patron der Suchenden – seien es alltägliche Dinge aber auch der rechte Glauben) mit dem Jesuskind auf dem Arm. An der Rückwand der Kapelle neben der Eingangstüre befindet sich auf der einen Seite ein Bild, das den Hl. Ägidius (Patron der Jäger, Hirten, Pferdehändler) mit seinen Attributen Abtsstab und Reh darstellt. Er wird angerufen bei Geisteskrankheit, Unfruchtbarkeit bei Mensch und Tier sowie bei Trockenheit, Sturm und Feuer aber auch als Beistand für eine gute Beichte. Auf der anderen Seite sieht man die bildliche Darstellung der Hl. Barbara (Patronin der Sterbenden, der Kanoniere und der Bergleute) mit ihrem Attribut, dem dreifenstrigen Turm im Hintergrund, dessen Fensteranzahl die Hl. Dreifaltigkeit symbolisiert. Sie wird angerufen als Beistand für Sterbende und gegen Blitzschlag sowie Feuer. Insgesamt befinden sich auf jeder Seite drei Bankreihen in der Kapelle.
Die in Privatbesitz befindliche Kirche wurde 2003 dem neugegründeten Vereins zur Förderung der Dorfkapelle Wielandsweiler e. V. übereignet. Die Vereinsmitglieder zusammen mit der Dorfgemeinschaft renovierten die Kapelle und den Außenbereich in etwa 500 freiwilligen Arbeitsstunden, wobei die dazu benötigten Geldmittel größtenteils selbst und durch Geldspenden aufgebracht wurden. Umliegende Handwerksbetriebe brachten zudem Sachspenden mit ein, sodass die Grundsanierung der Kapelle im Juni 2004 abgeschlossen werden konnte. Hierbei wurde u. a. das Dach neu eingedeckt, eine neue Eingangstüre installiert und die Wände neu verputzt. Daneben wurde ein abgegrenzter Außenbereich um die Kapelle herum angelegt.
Am Sonntag den 20. Juni 2004 wurde die Kapelle im Rahmen eines Gottesdienstes vom Ortspfarrer Dekan Reinhard Hangst unter Mitwirkung des Kirchenchors und der Musikkapelle aus Hiltensweiler neu eingeweiht. Im Anschluß fand ein Kapellenfest mit Bewirtung in der Reithalle der Familie Auer statt. Im Jahr 2019 bekam die Kapelle einen neuen Außenanstrich, was man im Rahmen einer Maiandacht und einem anschließenden Hock im Hof der Familie Schmid feierte. Mittlerweile Tradition ist eine jährliche Maiandacht mit anschließendem Grillabend im Hof der Familie Schmid und eine Abendmesse mit Gedächtnis an die Verstorbenen aus der Ortschaft Wielandsweiler im September.






































































