Weltgebetstag der Frauen am 01.03.2019

Alljährlich am ersten Freitag im März versammeln sich Menschen aus aller Welt zum Weltgebetstag der Frauen. Auch die Seelsorgeeinheit Argental reihte sind in diese Gebetsgemeinschaft ein und so folgten 39 Frauen und ein Mann der Einladung ins Gemeindehaus St. Silvester in Neukirch. Eine Gitarrengruppe umrahmte den Gottesdienst musikalisch. Partnerland war in diesem Jahr Slowenien. Christinnen aus diesem Land haben den Gottesdienst vorbereitet. Er stand unter dem Motto „Kommt, alles ist bereit. Es ist noch Platz.“

 In diesem Sinne sangen wir zu Beginn „Eingeladen zum Fest des Glaubens“. Wir saßen im Kreis und in der Mitte war ein großer Tisch. Auf diesen legten Frauen aus dem Vorbereitungsteam vor Ort landestypische Gaben: Brot, als Zeichen der Gastfreundschaft und Potica, ein traditioneller Hefekuchen mit Nuss, Mohn oder Estragon, eine Bibel, ein Rosmarin- und ein Lavendelstock, Honig, aus welchem Lebkuchenherzen gebacken werden sowie Wein und Trauben, typisch für den Weinanbau aber auch Hinweis auf die Alkoholprobleme im Land. Der Tisch wurde mit roten Nelken, Sinnbild für den Sozialismus, ge-schmückt. Rote Nelken bekommen Frauen in Slowenien am Weltfrauentag (8. März) im Betrieb, beim Einkauf oder im Frauenbund als Geschenk. Danach gab es Informationen zum Gastland: Slowenien ist das kleinste Land in Europa. Seine Fläche ist etwa so groß wie Sachsen-Anhalt. Es grenzt im Norden an Österreich, im Süden an Kroatien, im Westen an Italien und im Osten an Ungarn. Das Land ist gegliedert in vier Großlandschaften: Alpen, Triestiner Karst, Dinarisches Gebirge, Pannonische Ebene. 60% der Fläche besteht aus Waldgebieten. Slowenien ist damit nach Finnland und Schweden an dritter Stelle. Neben Waldgebiete prägen Bienenzucht, Weinanbau, Klöppeln, Bergbau und etwas Industrie das Land. 60 % der Menschen sind katholisch, aber nur ein Fünftel praktiziert ihren Glauben. Es hat eine junge Demokratie mit kommunistischem Erbe und ist schon lange Knotenpunkt internationaler Wanderungs- und Handelsströme. Neben dem Gebet und Liedern kamen in den Texten Frauen zu Wort, welche von ihren Problemen im Land berichteten. So waren religiöse Menschen Ende des zweiten Weltkriegs Bürger und Bürgerinnen zweiter Klasse und hatten Probleme mit Studium und Arbeitssuche. Sie haben erlebt, was es heißt Flücht-ling und Gastarbeiter in einem anderen Land zu sein. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt Frauen vor Herausforderung. Alkoholprobleme, Armut, Vernachlässigung und Einsamkeit von alten Menschen und den eigenen Eltern sowie die Diskriminierung eth-nischer Minderheiten sind Probleme des Gastlandes. Dabei haben wir im Schuldbekenntnis auch unser Leben in den Blick genommen. Manche dieser Probleme sind auch uns sehr wohl bekannt. Die Gaben auf dem Tisch, das Klöppeln (Stickereien) und die sozialen Prob-leme in Slowenien hat die Künstlerin Rezka Arnus, die fast blind ist, im Titelbild verarbeitet. Im Wort Gottes hörten wir das Gleichnis vom Festmahl (Lk 14,13-24). In diesen hat ein Mann zum Festmahl geladen. Aber die Menschen auf seiner Gästeliste haben alle Ausreden. Deshalb schickte er seine Diener in die Stadt um in den Gassen Menschen einzuladen und dabei im Sinne Jesu zu handeln, wenn dieser sagt. „Wenn du ein Essen gibt’s, dann lade Arme, Krüppel, Blinde und Lahme ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.“ Als Zeichen unserer Solidarität wurde in diesem Gottesdienst auch unsere Geldspenden eingesammelt. Ein gutes Kolektenergebnis trägt zur Unterstützung von Projekten in Kolumbien und in Slowenien bei. In Kolumbien wird die Siftung „Nydia Erika Bautista (FNEB)“ unterstützt. Sie berät und begleitet Familienangehörige von verschwundenen Personen und leistet juristi-schen Beistand im Sinne von „Der Gerechtigkeit Frucht wird der Friede sein“(Jes 32,17). In Slowenien wird die Organisation Ključ („Schlüssel“) unterstützt, eine Anlaufstelle für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind. Nach Dank- und Bittgebet sowie Segen genossen die Gottesdienstbesucher bei guten Gesprächen die Speisen auf dem reichlich gedeckten Tisch.