Weltgebetstag der Frauen 2020 "Steh auf und geh!"

Alljährlich am 1. Freitag im März findet der Weltgebetstag der Frauen aller Konfessionen statt. Der Wortgottesdienst wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. Dieses Jahr von Simbabwe. Das Leitwort lautete „Steh auf und geh“ Teile dieser Texte mussten die Frauen dort auch der Regierung in vorlegen. Auch die Seelsorgeeinheit Argental reihet sich in die Gebetsgemeinschaft ein. Trotz Corona-Virus in Deutschland kamen ca. 50 Frauen und ein Mann ins Gemeinde-haus nach Laimnau. Die Gruppe „Bloß mir“ aus Hiltensweiler hat die Lieder eingeübt und diesen Wortgottesdienst musikalisch mitgestaltet. Zuerst gab es einige Informationen zum Gastland: Simbabwe bedeutet „Haus aus Stein“, ist etwas größer als Deutschland hat aber eine geringere Bevölkerungsdichte. Es hat noch eine ältere Kultur, da von den Steinhäusern, welche die Einheimischen gebaut haben, viele noch erhalten sind. Das Land ist von Landwirtschaft geprägt. Es ist ein fruchtbares Land reich an Bodenschätzen. Korruption und damit schlechte Perspektiven zwingen die Männer auszuwandern um im Ausland zu arbeiten, während die Frauen zuhause bleiben. Das Land stand lange unter Kolonialherrschaft und heißt seit 1984 wieder Simbabwe. Nach den Informationen zum Gastland hörten wir auch einige Informationen zum Titelbild: Das Bild wirkt zweigeteilt -in Licht und Schatten. Getrennt durch die Ruine Groß-Simbabwes, einer Ansiedlung des untergangenen Monomotapa-Reiches mit seiner Blütezeit zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert. Diese Ruine ist ein Monument, die alles überdauert hat und von der langen und bewegten Geschichte Simbabwes zeugt. Noch steht sie da wie eine Mauer, die trennt, die die Gegenwart in den Schatten taucht und den Blick auf die Vision einer strahlenden Zukunft verstellt. Und doch sehen wir zarte grüne Blätter in den grauen Bereich hineinsprießen, als ob sie die Mauer durchbrechen Am Boden sitzt ein Mann, ange-lehnt an die Mauer -erschöpft vom täglichen Kampf ums Überleben ist er sitzen geblieben, einsam, krank, lebensmüde. Eine Frau steht vor ihm, reicht ihm die Hand, wird ihm zur Prophetin, und wir ahnen ihre Worte: Steh auf! Ich bin, weil du bist! Steh auf und geh! Im Vordergrund der Ruine sehen wir eine Mutter mit ihrem Kind. Zugewandt und liebevoll hat sie den Arm um seine Schultern gelegt, neigt sich ihm zu. Erzählt sie ihm die Geschichte Simbabwes? Von Leid, Unterdrückung und Gewalt, und auch von den Zeichen der Hoffnung auf Veränderung und Aufbruch? Die beiden stehen an der Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft -Friede sei mit ihnen! Diesseits der Mauer leuchtet in strahlendem Sonnenlicht Simbabwes Flagge, daneben eine Frau -gekleidet in den Farben der Liebe und Versöhnung, die Arme so weit geöffnet wie ihr Herz -offen für die Zukunft. Dann stimmten wir in den Lobpreis und die Vergebungsbitte ein. In den Briefen aus Simbabwe hörten wir von der Lebens-situation der Menschen: Kampf um Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft, frei Wahlen, Aussöh-nung, bewaffnete Konflikte. Den Menschen fehlen berufliche Perspektiven. Wenige haben Einkommen um die Familie zu ernähren, Männer ziehen in Städte und Bergwerke. Frauen sind allein für die Familie verantwortlich. Ledige junge Männer und Frauen gehen ins Ausland, bekommen aber die Stimmung gegen Migranten zu spüren. Zwar ist das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit gewachsen und es gibt Gesetze, die Frauen vor Gewalt schützen sollen. Frauen, die Kinder mit beson-deren Bedürfnissen und Beeinträchtigungen z. B. Autismus haben oder Kinder, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben, sind auf sich allein gestellt. Es fehlen soziale Dienste, Schulen und Bildungs-angebote. Als Ausweg aus dieser Situation spielten einige Frauen aus dem Vorbereitungs-team eine Szene mit der „Freundschaftsbank“. In Simbabwe ist die Suizidrate sehr groß. Deshalb werden dort Großmütter zu Laientherapeuten ausgebildet, die Menschen bei ihren Problemen zuhören. Passend zum Motto dieses Tages hörten wir im Johannes-Evangelium von einem Menschen, der schon 38 Jahre krank ist und am Betesda-Teich liegt. Jesus hat ihn aufgefordert „Steh auf, hebe deine Matte und geh umher“. Diese Geschichte wurde vom Vorbereitungsteam auch nachgespielt. Die Aufforderung Jesu gilt allen Frauen für sich und für andere Frauen zur Verbesserung der schlechten Lebenssituationen einzutreten. Gedanken der Frauen aus Simbabwe zu diesem Evangeliumstext schlossen sich an: Was sagt diese Begegnung über den Kranken, über Gott und Jesus? Was haben wir in dieser Geschichte entdeckt? Nämlich aufstehen, unsere Matte nehmen – was immer das sein mag für uns – und gehen. Jesus macht uns Mut, uns dafür zu entscheiden, geheilt und ganz zu wenden, körperlich geistig, spirituell und zwischen-menschlich. Zu diesem Wortgottesdienst gehörte auch eine Kollekte – eine stolze Summe von 480 EUR kamen zusammen, welche nun für Frauenprojekte verwendet werden kann im Sinne „Steh auf und geh“ Nach Dank- und Bittgebet sowie Segen genossen die Gottesdienstbesucher bei guten Gesprächen Eintopf und Schwarzwälder Kirschtorte, ein Spezialität aus Simbabwe.

Hier einige Impressionen