Vortrag mit Pfarrer Hof "Was mich bewegt? Im Blick auf die Zukunft

Am vergangenen Dienstag hatten die Verantwortlichen der Erwachsenbildung zu einem Vortrag mit Pfarrer Hof eingeladen. Die Menschen aus der Seelsorgeeinheit sind in Scharen nach Neukirch ge-strömt. Die Zahl der Interessierten konnte das Erdgeschoss des Gemeindehauses St. Silvester nicht aufnehmen, sodass der Vortrag kurzfristig in die Kirche verlegt wurde. „Die Seelsorgeeinheit Argental hat im vergangenen Jahr auch eine bewegte Zeit hinter sich – Abschied, Neubeginn“ so Frau Biegger in ihren Begrüßungsworten. Pfarrer Hof stellte seinen Vortrag unter den Titel „Was bewegt mich? Im Blick auf die Zukunft. Fleißige Menschen, die sich in vielen Bereichen engagieren, habe er angetroffen, er komme aus dem Staunen nicht heraus. „Es sei derzeit nicht einfach sich zu dieser Kirche zu bekennen im Hinblick auf die Mißbrauchs- und Finanzskandale. Das Christentum wachse schneller als die Erdbevölkerung. Der Glaube sei vor allem außerhalb Europas sehr lebendig. Bei Frage „Warum ist die Kirche so leer sind“ richtet Pfarrer Hof seinen Blick auf die Anfänge, die Basis. Er beschäftigte sich mit der Frage „Was ist Glaube? – Ich bin treu, ich vertraue. Wer glaubt, vertraut dass Gott den Lebensweg mit mir geht. „Woran glaube ich?“ war die nächste Frage. Wir beten das Glaubensbe-kenntnis. Ältere Menschen glauben dabei eher an den strafenden Gott, junge Menschen an den Liebenden Gott =Kuschelonkel. Das passe weder zu Jesus noch zum Alten Testament. Wie ist Gott? „Gott ist konsequent in seiner Liebe zu uns. Gott ist so facettenreich, dass wir ihn nicht erfassen kön-nen,“ so Pfarrer Hof. 10% der Katholiken besuchen den Gottesdienst, 1/3 älter als 65 Jahren. Junge Menschen erzählen, dass sie sich disziplinieren sollen. Wie man tut schaut man sich von anderen ab. „Was schreckt vom Gottesdienstbesuch ab?“ Pfarrer Hof nennt einige Gründe: „Predigt zu lang oder langweilig, hat nichts mit dem Leben zu tun, Sitzbänke zu hart, Kirche zu kalt, Musik von gestern und wenig mitreißend. „Was kann ich tun, dass sich etwas ändert?“ Einige Antworten von Pfarrer Hof: Pfarrer und Gemeinde sollen im Gespräch miteinander sein, damit der Prediger weiß was sie bewegt. Dazu regte Pfarrer Hof an, nach den 10-Uhr-Messen noch etwas vor der Kirche zu verweilen, damit die Pfarrer mit den Menschen ins Gespräch kommen können. Er wünscht sich auch ein konstruktiver Austausch über die Predigten. Dazu darf gerne auch dem Prediger eine Mail geschickt werden mit Fragen und Anmerkungen. Menschen sollen sich überlegen, ob sie eine Musikbegabung haben und wie sie sich einbringen können. In der Seelsorgeeinheit gebe es ein unfassbar breites Potential an verschiedenen Möglichkeiten bei der musikalischen Gestaltung mitzuwirken. Es ist demotivierend, wenn leere Gotteshäuser da sind. Da ist auch jeder einzelne gefragt: „Was kann ich da tun? Dazu erzählte Pfarrer Hoff als Beispiel von der Mehrkonferenz in Augsburg bei der bei jeder Veranstaltung Teilnehmerrekorde verzeichnet werden können. Karten sind teuer und längere Zeit vorher ist die Ver-anstaltung ausverkauft. Auf dieser Veranstaltung gibt es begeisternde Musik, Vorträge, Glaubens-zeugnisse und Eucharistiefeiern. Es nehmen u. a. Katholiken und Protestanten teil. Es gibt einladende Worte und alle Menschen sind eingeladen. Auch wir sind gefragt mit unserem Glaubensleben. So stellte Pfarrer Hof an uns die Frage „Wie kann ich meinen eigenen Glauben weitergeben? Auf folgende Weise: Unaufdringlich, nicht belehrend mit Hinweis auf Fehler anderer, sondern respektvoll. Mutig auftreten, persönlich von seine eigenen Leben, seinen Erfahrungen sprechen und einladend sein, nicht stehen bleiben, den Mitmenschen begegnen und Begegnungsmöglichkeiten schaffen, den eigenen Glauben vertiefen, sich austauschen mit Freundschaft und Liebe, damit der Funken überspringe. In der anschließenden Fragerunde ging es vor allem darum, wie wir das schaffen. „Das Gebet ist das Zentrum. Alles muss aus Gott kommen, nicht wir sind es, sondern er. Alles andere ist nur Beiwerk“ so Pfarrer Hof. Jesus in den Mitelpunkt stellen, Jesusfan sein,“ meinte ein Zuhörer. „Glauben als Geschenk sehen“ Ein Zuhörer bemängelte, dass der Pfarrer früher „auf dem Hohen Ross war“ „Der hohe Sockel erschwere die Arbeit. Pfarrer und Gemeinde sollen auf Augenhöhe sein war der Wunsch von Pfarrer Hof. Begegnungsmöglichkeiten schaffen für Jugendliche, Seniorenarbeit, waren weitere Anregungen aus der Zuhörerschaft. Pfarrer Hof beendete den Vortragsabend mit einem Gebet um den Heiligen Geist.