Verabschiedung von Pfarrer Hangst

Am Sonntag, 2. Juni wurde Herr Pfarrer Hangst im Rahmen einer Eucharistiefeier feierlich verabschiedet. Dekan Bernd Herbinger, Pfarrer Markus Schönfeld, Pfarrvikar Anand Rajamma-Das, Pfarrer i.R. Kurt Hamaleser und Pfarrer John Mary Kabyanga zelebrierten gemeinsam mit Pfarrer Hangst den Gottesdienst. Die Verabschiedungsfeier wurde von zahlreichen Vereinen, mehreren Chören sowie der Bürgerwehr und Musikkapelle Laimnau mitgestaltet.

Fotos von der Feierlichkeit finden Sie in einer separaten Bildergallerie.

Text: Roswitha Bentele

Nachdem Pfarrer Hangst in den letzten Wochen von einzelnen Gruppierungen und Vereinen in den Kirchengemeinden schon mit Geschenken und Worten bedacht wurde, stand am vergangenen Sonntag die zentrale Verabschiedung in Laimnau statt. Nach dem Morgenappell mit Bürgerwehr, Spielmannszug und Musikkapelle Laimnau und den Fahnenabordnungen aus den Gemeinden zogen diese zusammen mit den Pfarrern und Ministranten in eine vollbesetzte Kirche ein.

An diesem frühsommerlichen Morgen sind viele gekommen; Jung und Alt: Minis, Vereinsvertreter, Kirchenchöre aus Laimnau, Krumbach und Tannau, KGR-Mitglieder, Bürgermeister, Schwester Richaria, unser ehemaliger Pfarrpensionär Kurt Hamaleser, Pfarrer Markus Schönfeld, für den Pfarrer Hangst 2006 die Primizpredigt halten durfte, Pfarrer Anand und Pater John Mary Kabyango aus Ugand, der in den Wochen der Vakanz zusammen mit Pfarrer Anand für die Seelsorge zuständig sein wird und die Gemeindereferentin, die als Leiterin des Chores der Kirchengemeinden tätig war, der neben dem Musikverein Laimnau den Gottesdienst musikalisch umrahmte.

„Der Himmel lacht, das Herz weint. Sie können mitfühlen wie es mir geht. Danke für 19 Jahre, in denen wir Freude, Leid Trauer und Hoffnung miteinander geteilt haben. Es gibt keine schönere Form als diesen Dank in der Eucharistie zu feiern.“ In seiner Predigt blickte Pfarrer Hangst auf sein Wirken im Argental zurück und sprach Dank und Anerkennung aus. Am 17.09.2000 vor fast 19 Jahren um die gleiche Zeit hat er zusammen mit Pfarrer Macho und Pfarrer Hamaleser seinen Dienst begonnen. Damals stellte er sich die Frage „Wie können zwei junge Pfarrer hier leben und arbeiten? Wie können acht Kirchengemeinden zusammen leben und glauben in einer säkularen Welt.“ Der Vers aus dem letzten Kapitel des Hebräerbriefs „Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit“ war das Leitwort bei der Investitur und in den fast 19 Jahre seines priesterlichen Wirkens. „Zu aller Zeit bleibt Jeus derselbe Verlässliche aber alles andere verändert sich,“ so das Fazit von Pfarrer Hangst auch im Blick auf Kirchen- und Glaubenskrisen.“ „Als Mensch und Mitchrist sagte ich zu Beginn: Ich will nicht Manager und Pastoraltechniker sein, sondern als Priester die Freuden, Sorgen, Hoffnungen und Ängsten mit den Menschen teilen. Dies war rückblickend ein Spagat, der eine Anpassung der Strukturen erforderte.“ Dazu blickte er auf das Bild mit dem Baum und den acht Ästen am Altar. Die Aufgaben waren nur gemeinsam zu bewältigen. Deshalb richtete er Dank an die vielfältigen kirchlichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter an der Spitze Angelika Schuster. „Es waren gemeinsame gefüllte und erfüllte Jahre, geprägt von einem harmonischen Miteinander. Es wurden nicht nur Bauprojekte geplant, sondern auch Feste geplant, und gefeiert,“ so Pfarrer Hangst. Das Zusammenwachsen in der Seelsorge ging schnell. Als mühsames Projekt nannte er die Bildung der Gesamtkirchengemeinde im verwaltungstechnischen Bereich, die angesichts der vielen Sitzungen und Gespräche mit den Verantwortlichen in Rottenburg, auch für manch graues Haar sorgten. Eine wichtige Stütze auf diesem Weg war neben den Pensionären Sprenger, Mohn und Högerle Pfarrer Kurt Hameleser, der bis zu seinem Umzug Anfang Januar nach Lauffen am Neckar hier gewirkt hat. „Du Kurt wolltest gebraucht werden, Du wurdest gebraucht und warst ein priesterliches Vorbild.“ Auch der Gemeindereferentin dankte er für Ihre Power. Unvergessen ist uns auch Diakon Bernhard, der viel zu früh verstorben ist. Dank galt auch Frau Nerz und Frau Hirscher für ihre treuen Dienste. Menschen haben ihn regelmäßig mit Süßigkeiten bedacht und für ihn gebetet, das freute ihn ebenso. Die Ökumene lag ihm am Herzen; deshalb dankte er Pfarrer Adt aus Kressbronn und dem Pfarrerehepaar Wagner aus Tettnang für das von Freundschaft getragene Miteinander. Dank zollte er auch den Bürgermeistern „Egal ob Pfarrhaus oder Rathaus, wir sind für die gleichen Schafe, welche auch mal Böcke sind, zuständig.

Der zweite Gedanke in seiner Predigt galt dem „miteinander feiern“. Kein kirchliches Fest hat ohne Vereine stattgefunden; so hat doch bei den meisten Vereinen der Sonntagsgottesdienst noch Platz im Vereinsprogramm z. B. Bergmessen, Floriansfeste, Sportfeste, Blutreiterjubiläen, Fahnenweihen, Gottesdienste, Kapellenfeste, Einweihungen von Vereins- und Gemeinderäumen, Motoradsegnungen. „Da haben wir schon das Motto „Kirche an vielen Orten gestalten“ bereits umgesetzt" so Pfarrer Hangst. Als besonderes Ereignis nannte er die Einladung von Bürgerwehr und Musikverein Laimnau zum Oktoberfest nach München. Der dritte Gedanken „miteinander glauben und feiern“: Diese haben wir in unzähligen Männer-, Frauen- und mehrtägigen Wallfahrten, Vesper, Emmausgänge, Kreuzsegunung, Minizeltager gelebt, in denen wir Flagge gezeigt haben. Der in 2010 angelegte Glaubenweg war eines der sichtbarsten Zeichen des Miteinander unterwegsseins.“ Er freute sich für das Vertrauen der Menschen, dass er mit ihnen Freude, Leid Hoffung und Ängste teilen durfte. „Sollte ich mit einem „Schwarzwälder Dickkopf“ mal jemand vor den Kopf gestoßen haben, so bitte ich um Verzeihung“ so Pfarrer Hangst.

Nach dem Gottesdienst standen die Grußworte der Weggefährten der letzten Jahre an. Das erste Grußwort kam von Dekan Herbinger, seinem Weihekurskollegen. Mit der Investitur bekommt der Pfarrer den Auftrag die Gemeinde und die Sakramente zu verwalten. „Du hast an einem wunderschönen Flecken Erde voller Energie so viel angestellt, auch wenn dir in der Zeit als Dekan manchmal die Zeit gefehlt hat.“ Er verglich dies mit einem Trainer, der seine Mannschaft gefordert hat. „In der „Kommandozentrale“ hat immer Licht gebrannt, Du hast geführt, vom Altar ausgehend gefeiert, einen aufgeräumten Schreibtisch hinterlassen. Alles ist zum Ende gekommen. Du hast dich in die Herzen und Bücher der Menschen geschrieben, einen Teil der Gesundheit hiergelassen.“ Das nächste Grußwort sprach Bürgermeister Bruno Walter aus Tettnang. Er dankte als Vertreter der Stadt und persönlich für eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit und überreichte einen Korb mit Tettnanger Spezialitäten. „Kommen und gehen bestimmt unser Leben“ so Bürgermeister Reinhold Schnell aus Neukirch. „“Miteinander Glauben, Seelsorger sein, so hast Du 19 Jahre gewirkt. „Ein Pfarrer zum Anfassen, mit Leib und Seele“. „Kirche und Politik haben eines gemeinsam, das Wohl der Menschen“ so Schnell. Die Zusammenarbeit war bei Baugebieten und vielen anderen Dingen spürbar. „Wir sind gute Freunde geworden“ Dazu erinnerte er seine Hochzeit, die Taufe seiner Kinder und auch gemeinsame private Unternehmungen. „“Du darfst mit Stolz auf Deine Arbeit blicken, Du hinterläßt eine gut aufgestellte Seelsorgeeinheit.“ Seine Kinder durften die Geschenke überreichen: Digitalradio und Fotobuch.

Angelika Schuster, 2. Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderates stellte in ihrem Grußwort die Frage „Was hat den 19 Jahren den Wert gegeben?“ Im Jahr 2000 begann die Zeit mit langsamem herantasten „Sie waren für uns Priester und mit uns Christ, Das Miteinander war Ihnen wichtig, niemand sollte bevorzugt oder benachteiligt werden.“ Sie nannte verschiedene Ereignisse wie Segnungen, Fasnetsbälle und Gottesdienste. „Es war ihnen nichts zu viel um den Glauben nahe zu bringen und deren Kraftquelle zu vermitteln. Wir konnten uns auf Ihre klare Linie verlassen, Bei Ihren Entscheidungen hatten Sie das Wohl der Gemeinden im Blick“ lobte Frau Schuster. „Sie haben Brücken für ausländische Mitbrüder geschlagen was denen Autokauf, Führerschein und Integration ermöglicht hat. Schauen Sie auch auf sich, denn alles hat seine Zeit“ so Frau Schuster weiter. Das Geschenk der Seelsorgeeinheit war eine kunstgeschmiedete Sonnenuhr.

Auch die Minis kamen zu Wort. „Sie haben immer für Ordnung gesorgt und uns auf den rechten Weg geführt“ so ein Minivertreter. Als Geschenk übergaben sie eine Kerze. Auch Pfarrer Hamaleser sprach ein Grußwort „Mehr als 18 Jahre Zusammenarbeit verbinden uns, deshalb habe ich es mir nicht nehmen lassen zu kommen. Bei deiner Investitur hast du mich mit eingeführt. Für das weitere Wirken wünsche ich Dir Mitarbeiter, die über den Kirchenbetrieb hinaus Wege der Erneuerung suchen.“ Pfarrer Adt, den altersmäßig nur 24 Stunden von Pfarrer Hangst trennen, sprach das Grußwort für die evangelische Kirche. Es dankte für das ökumenische Herz und die offene Tür für ökumenische Veranstaltungen. Er sei beeindruckt, mit welcher Freude Pfarrer Hangst seinen Beruf ausübe. „Pfarrer sind Hirten, Hütebuben des Guten Hirten.“ So lag es nahe, dass er den Pslam 23 und einen geschälten Hirtenstab aus Treibholz übergab. Daniel Schmid sprach das Grußwort im Namen der Vereine. Zusammen mit ihm traten Mitglieder verschiedener Vereine in Uniformen der Vereine nach vorne „Wir spüren eine Portion Wehmut, aber wenn wir die Zeit Revue passieren lassen, kommt auch Freude“. „Als Vertreter der örtlichen Vereine haben wir die Entscheidungen im Gesamtkirchengemeinderat mitgetragen, unsere Termine waren auch in Deinem Terminkalender. Die stattliche Zahl der Fahnenabordnung gibt die Wertschätzung der Vereine an Dich zurück“ lobte Daniel Schmid. Als Geschenk übergaben die Vereinsvertreter ein Rucksack mit Leckereien und ein Abschiedsbuch mit persönlichen Abschiedsworten der Menschen aus den Gemeinden verbunden mit dem Wunsch um Gottes Segen, Gesundheit und Freude am neuen Wirkungskreis. „Auch bei räumlicher Trennung sind wir über den Glauben verbunden“ so Daniel Schmid.

Nach so viel Wertschätzungen aus den Grußworten sagte Pfarrer Hangst am Ende des Gottesdienstes: „Eine gute Zeit geht zu Ende. Ich würde es wieder tun“ und rief uns zum letzten Mal zu: „Gehet hin in Frieden….“ Beim anschließenden Stehempfang am Kindergarten nutzten viele Menschen die Gelegenheit Pfarrer Hangst persönlich „Ade“ zu sagen. Ein bewegender Tag für alle geht zu Ende.