Frauenwallfahrt nach Speiden

Am 8. und 11. September machten sich über 100 Frauen zusammen mit Pfarrer Hangst zur Frauenwallfahrt auf den Weg nach Speiden.

Wallfahrtskirche Speiden
Wallfahrtskirche Speiden

Bei spätsommerlichen Wetter machten sich 102 Frauen zusammen mit Pfarrer Hangst und der Busfahrerin Sabine an einem Samstag und Dienstag im September zur 18. eintägigen Frauenwallfahrt auf den Weg Richtung Ostallgäu zum ersten Tagesziel; die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Speiden, nordwestlich von Füssen. Vorbei an sattgrüner Wiesenlandschaft und mit Blick in die Allgäuer Berge genossen wir an diesem Tag eine schöne Busfahrt. „Schön, dass sie sich freigenommen oder dass sie freibekamen um diesen Tag zu genießen“ freute sich Pfarrer Hangst. „Wir waren eingeladen als Pilger unterwegs zu sein, zu rasten, innezuhalten, Kraft zu schöpfen, ohne Hetze unterwegs zu sein.“ Der Tag begann mit einem Morgenimpuls und Segen für den Tag. Unterwegs beteten wir den lichtreichen Rosenkranz. Zu den einzelnen Rosenkranzgesätzen gab uns Pfarrer Hangst Impulse, bei denen wir über unseren Glauben nachdenken konnten. An einer Raststätte in Rosshaupten genossen wir bei guten Gesprächen das von Frau Nerz und Frau Mühlebach vorbereitete Frühstück.

In Speiden angekommen, begrüßte uns die Mesnerin zur Kirchenführung. Sie erklärte uns die Entstehungsgeschichte dieses Wallfahrtsorts und erzählte uns von einem ihrer Kinder, das schwer krank war. Die Gebete von ihr und ihrer Familie wurden von Maria erhört und ihr Kind wurde wieder gesund. Der Ursprung der Wallfahrt geht auf eine Begebenheit aus dem Dreißigjährigen Krieg zurück. Christian Steinacher, Bewirtschafter der hohenfreibergischen Sölde in Speiden, erfuhr nach dem Pesttod seiner drei Reiter, die er bis sich beherbergte, dass diese öfter aus Barmherzigkeit seiner hungernden Tochter ein Stück Brot gegeben hatten. Dann stellte er an das Grab der Soldaten einen Bildstock der Gottesmutter als Helferin in der Not auf. Kurze Zeit darauf, 1635/36 erbaute er an der gleichen Stelle eine Kapelle. Bereits beim Bau der Kapelle ereignete sich die erste Gebetserhörung. In den folgenden 20 Jahren sind 156 Wunder aufgezeichnet. Bis heute werden viele Gebetserhörungen und Heilungen bezeugt. Da die Gnadenkapelle schnell zu klein war, wurde 1644 nebenan mit dem Bau der Wallfahrtskirche begonnen. Mehrere Umbauten und Sanierungen bis 1783 formten die Optik, die 1966 – 69 wiederhergestellt wurde, der heute so bekannten Maria-Hilfer Wallfahrtskirche im Rokokostil. Das Gnadenbild der Mutter Gottes, dass wohl bereits aus dem Jahr 1520 stammt, steht seit der Renovierung 1966 wieder in der Kapelle.

Dann feierten wir Eucharistie. Dabei stand Maria die Helferin der Christen im Mittelpunkt. Dazu beteten wir auch das Gebet zur Gnadenmutter: „Alles möchte ich Dir erzählen, alle Sorgen, die mich quälen, alle Zweifel, alle Fragen, möchte ich Mutter, zu dir tragen.“ In diesem Sinne gehen auch heute viele junge und alte Menschen an Wallfahrtsorte. Dies verdeutlichte Pfarrer Hangst im ersten Teil seiner Predigt am Beispiel seiner Nachbarkinder, die nach ihrer Mutter rufen, wenn sie sie länger nicht mehr gesehen haben, weil sie beim Spielen vertieft waren oder weil sie Trost brauchen. „Mama wo bist Du? Genauso hilft Maria. So dürfen wir heute Marienverehrung verstehen. Wenn wir uns „Sorgen und Ängste plagen, wir müde und ausgebrannt sind, dürfen wir Maria anrufen. Im zweiten Teil seiner Predigt ging Pfarrer Hangst der Frage nach „Wie gut, dass es Maria gibt“ eine Überschrift eines Artikels in der Süddeutschen Zeitung im Mai diesen Jahres. Ein erster Grund war „Maria weiß Bescheid, wie das Leben geht“, ein zweiter Grund „Maria ist kritisch.“ Dabei schlug er einen Bogen zum gehörten Evangelium welches auch das Magnifikat Mariens beinhaltet. In diesem spricht Maria sozialkritische Themen an. Ein dritter und letzter Punkt: „Maria harrt aus auch in schwierigen Situationen im Nachdenken, bewahrt Dinge im Herzen und läuft nicht davon. „Diese Eigenschaften können wir uns zu nutzte machen. Drei Gründe, die Maria sympathisch macht und uns technisch orientierten Menschen Wegweiser ist.

In Hopferau durften wir ein gutes Mittagessen im Gasthaus Hirsch genießen. Dann fuhren wir zum Hopfensee. Dort machten wir kurze Rast bei Eis oder Spaziergang am Hopfensee. Unser nächstes Ziel war Füssen. Dort hatten wir mehrere Angebote zur Auswahl:  Stadtführung, Wanderung zum Lechfall und Besuch des Sinnesgarten oder einfach nur einen Stadtbummel. Gestärkt an Leib und Seele machten wir uns am frühen Abend auf den Heimweg. Herzlichen Dank an Pfarrer Hangst für die Vorbereitung und Begleitung der Wallfahrt, unserer Busfahrerin für die sichere Fahrt durch den Tag und unserem Frühstücksteam.