Frauenfrühstück mit Vortrag zum Thema "Vertrauen - Quelle unseres Lebens

Vertrauen – Quelle des Lebens

Text: Roswitha Bentele

Zu diesem Thema sprach Frau Weingart, Theologin, Psychologin und Buchautorin aus Tübingen beim diesjährigen Frauenfrühstück der Seelsorgeeinheit Argental im Dorfgemeinschaftshaus in Wildpoltsweiler. Mehr als 100 Frauen und die beiden Pfarrer Simon Hof und Pfarrer Anand konnte Frau Biegger begrüßen. Pfarrer Hof spracht ein Tisch-gebet und alle durften sich an einem reichlich gedeckten und liebevoll angerichteten Buffett laben. Im Anschluss daran lauschten allen den Ausführungen der Referentin, die viele schon vom Vorjahr kann-ten. Was bedeutet Vertrauen und wie entsteht es? „Die Kirche übersetzt Vertrauen mit Glauben. Glauben bedeutet jedoch „etwas für wahr halten“, während Vertrauen viel tiefer gehe. Man beziehe durch Vertrauen Halt und Festigkeit, sagte Beate Weingardt. Als Beispiel nannte sie eine Hopfenstange, die dem Hopfenstock nur Halt geben kann, wenn sie selbst stabil ist. „Wem oder was haben Sie heute schon vertraut?“ fragte die Referentin in die Runde? „Das es jeden Tag wieder hell wird, auf die Technik, das auf Winter Sommer folgt. Wenn ich ins Auto steige, dass sich die anderen auch an die Ver-kehrsregeln halten, waren nur einige Beispiele.“ Wir können nichts anderes als uns ständig auf vieles zu verlassen. Dazu gehört auch Selbstvertrauen. Wie entsteht dies? Basis hierfür ist das Urvertrauen, damit wir lebensfähig werden. Dazu braucht ein Kind in der Zeit des Heranwachsens eine verlässliche Bezugsperson. Sich selber etwas zuzutrauen war schon früher als Kind selbstverständlich. Kindern bekamen bestimmte Aufgaben übertragen z. B. täglich Milch zu holen. Dadurch lernten die Kinder sich etwas zuzumuten und durchzuhalten. Das machte sie belastbarer und verantwortungsbewußter, sofern die Belastung in einem gesunden Maße war. Heute werden Kinder eher in Watte gepackt. Es sei aber wichtig, zu den Kindern Vertrauen zu haben und ihnen etwas zuzumuten,“ war der Rat der Refe-rentin. Für ein langes Leben seien nicht Geld, gute Noten und Leistung entscheidend, sondern nach einer Langzeitstudie habe man festgestellt, dass die verantwortungsbewussten und gewissenhaften Menschen die gesündesten und zufriedensten sind. Jeder Mensch brauche jemand, dem er vertrauen könne, denn Einsamkeit mache unglücklich, krank und führe zu frühem Tod. Manchmal brauche man niemanden, wenn man sich 100% erholen will oder man schöpferisch sein will. Früher war Einsamkeit kein Problem. Man begegnete sich täglich im Dorf entweder im Backhaus, Dorfladen, Gasthaus Kirche, Friedhof... Heute im Beruf bleibt fast keine Zeit Freundschaften zu pflegen und in der Rente ist man oft einsam, was die Selbstmordrate ansteigen lässt. Deshalb brauche jeder einen Freund, der nicht nur in guten Zeiten da ist, ein Mensch, dem er Heikles und Schwieriges anvertrauen könne und es bei ihm in guten Händen weiß. Familienangehörigen zu vertrauen sei oft schwierig, wenn Neid, Eifersucht oder Erbstreitigkeiten im Spiel sein. „Freundschaft und Vertrauen wachsen allerdings nicht so schnell, wie der Hopfen in Ihrer Region“ meinte Beate Weingardt. Deshalb sei es wichtig, Freund-schaften zu pflegen. Jemanden zu vertrauen ist ein Risiko. Woran erkenne ich, ob ich vertrauen kann. Wer im Kleinen nicht treu ist, ist es bei großem auch nicht,“ so die Weingart. „Sag nicht alles was du weißt, und was du sagst, das sollte stimmen.“ Respekt und Wertschätzung sollte vorhanden sein. Berate dich nicht mit Missgünstigen und Neidern die dir schaden wollen,“ warnte Weingart. „Zuhören und eine andere Meinung gelten lassen,“ gehören zu Vertrauen dazu. An Neid und Habgier seien schon viele Familien und Freundschaften zu Bruch gegangen. Wichtiges verschweigen, Lügerei und Betrug sowie Unzuverlässigkeit sind weitere Vertrauenskiller. Das führt zu Mißtrauen, Einsamkeit und oft auch Krankheit, „Was die Seele belastet, schadet auch der Gesundheit. Wem weniger vertraut wird, bekommt weniger Anerkennung. Dabei sollen wir aber auch auf uns schauen,“ so Frau Weingart. „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein? Die Konsequenz ist es, es selber besser zu machen und zu prüfen wann kann ich einem anderen eine zweite Chance geben. Gottvertrauen war der letzte Punkt. Vieles haben wir in der Hand aber nicht alles. Deshalb gab es schon früher Bittprozession. Die Menschen in der Landwirtschaft wussten, dass sie von Gott abhängig sind. Unser Gottvertrauen wird immer wieder enttäuscht werden. Gott lässt sich nicht in die Karten schauen. Krisen wird es immer geben. Da sind Menschen wichtig, die dich stützen. Gott ist es nicht egal wie du dich verhältst, man dürfe sich wehren, aber manchmal ist Friede wichtiger als wer Recht hat,“ gab die Referentin zu Bedenken. Der Vortrag wurde mit reichlich Applaus belohnt.

Ein ganz besonderer Dank gilt Pfarrer Hof und Pfarrer Anand, die sich beide kurzfristig Zeit genom-men haben, um eine Weile beim Frauenfrühstück dabeizusein.