Besuch im Kloster Hegne - Auf den Spuren der seligen Sr. Ulrika Nisch
Text: Roswitha Bentele
Anfang Mai waren wir zu Besuch im Kloster Hegne In einer Führung bekamen wir Information über Ulrika Nisch und das Kloster Hegne. Der Orden der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Kreuz wurde von Theodosius Florentini und Maria Theresia Scherer 1856 in Ingenbohl (Vierwaldstätter See) gegründet in einer Zeit wachsender Not infolge gewaltiger sozialer, geistiger und wirtschaftlicher Veränderungen. Das Leitwort von Theodosius war „Was das Bedürfnis der Zeit ist der Wille Gottes“ 1892 kaufte der Orden Schloss Hegne, gründete das Kloster und eine Hauswirtschaftsschule. Theodosius war die Bildung für Frauen wichtig. Kloster Hegne ist zugleich Sitz der Ordensprovinz Baden-Württemberg dieser Schweizer Kongregation. Nach und nach kamen in Hegne Realschule, Krankenhaus, Schule für Erzieher und Heilerziehung, Pflegeheim, Hotel und Theodosius Akademie dazu. Der Orden ist auf 4 Kontinenten vertreten, in guten Zeiten waren es 2000 bis 3000 Schwestern. Aktuell leben in Hegne 136 Schwestern. Mehrfach beschäftigt sie die Zukunft: fehlender Nachwuchs, zunehmendes Alter (Altersdurchschnitt 81 Jahre) und Pflegebedürftigkeit der Schwestern. Die Gebäude gehören mittlerweile einer Stiftung. 350 weltliche Mitarbeiter sind hier tätig und das Klosterleben nimmt Stück für Stück ab „der Gesang wird weniger“ so bezeichnete es unsere Führerin. Es ist kein Priester mehr vor Ort, der kommt aus der Nachbarschaft. Zu Ulrika Nisch: geboren 1882 in Mittelbiberach, wohnte zeitweise in Unterstadion, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, war bescheiden und zurückhaltend, der Klostergedanke reifte in den letzten Schuljahren. Mit 22 Jahren trat sie ins Kloster ein, arbeitet in der Küche, erfuhr viel Demütigung. Sie erkrankte an Lungentuberkulose und erlebte in dieser Zeit eine Glaubenskrise. Am 08.05.1913 starb sie. „Kein Maß kennt die Liebe“ war ihr Motto. „Alles in den Ozean der Liebe legen“. Sie hat weit und tief gedacht. Nach ihrer Seligsprechung 1987 ist ihr Grab in der Krypta (unter der Klosterkirche). Dort hörten wir in einer Andacht wegweisende Worte von Ulrika wie wir zu Gott finden können: „Man muss die Läden schließen um offen zu bleiben für den Himmel“, „ich will immer Liebe einatmen“ „ich bin arm und doch ich habe alles – Leben und Reichtum. Heute führt ein Ulrika Nisch-Weg von Unterstadion nach Hegne. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen machten wir uns auf den Heimweg.

